Initiative freigemeinnütziger Krankenhäuser

Faire Finanzierung für alle Kliniken in Niedersachsen

52 beteiligte freigemeinnützige Krankenhäuser leisten einen zentralen Versorgungsauftrag in Niedersachsen. Sie versorgen Patientinnen und Patienten rund um die Uhr, in der Stadt und auf dem Land. Sie erbringen Tag für Tag eine Spitzenmedizin, die sich im Vergleich mit Häusern unter anderer Trägerschaft nicht zu verstecken braucht. Doch sie erhalten im Gegensatz zu den kommunalen Häusern keine Steuergelder zum Ausgleich ihrer Defizite aus den kommunalen Haushalten. Wir fordern, dass alle bedarfsnotwendigen Kliniken ausreichend finanziert werden und diese Ungleichbehandlung behoben wird! Denn wir haben den gemeinsamen Auftrag: Menschen die bestmögliche Gesundheitsversorgung zukommen zu lassen!

Team im Krankenhaus im Gespräch
52
beteiligte freigemeinnützige Krankenhäuser
in Niedersachsen
31,9%
aller Kliniken
in Niedersachsen
35%
der Krankenhausbetten
ca. 13.606 Betten
0 €
kommunale Betriebskostenzuschüsse
für freigemeinnützige Kliniken

Gleicher Auftrag. Ungleiche Finanzierung.

In Deutschland werden Krankenhäuser nach dem Prinzip der dualen Finanzierung betrieben: Die Krankenkassen tragen die laufenden Betriebskosten, das Land finanziert Investitionen in Gebäude und Ausstattung. Soweit funktioniert das System für alle Träger gleich.

Doch es gibt einen entscheidenden Unterschied: Kommunale Krankenhäuser erhalten zusätzlich Betriebskostenzuschüsse und Defizitausgleiche von ihren Kommunen. Wenn ein kommunales Krankenhaus Verluste macht, springt die Stadt oder der Landkreis ein.

Freigemeinnützige Krankenhäuser haben diesen Puffer nicht. Sie leisten die gleiche Versorgung, tragen die gleichen Kostensteigerungen bei Personal und Energie, erhalten aber keine kommunale Unterstützung. Das führt zu einer strukturellen Benachteiligung, die sich seit Jahren verschärft und – in Anbetracht der Pläne des Bundesgesundheitsministeriums zur Finanzreform der Krankenkassen und deren massiven negativen Auswirkungen auf die Finanzierung aller Krankenhäuser – unweigerlich zu einer Insolvenzwelle der Freigemeinnützigen Häuser führen wird. Das können wir nicht länger zulassen! Essentiell wichtige Säulen der stationären Gesundheitsversorgung der Menschen werden damit durch die Entscheidungen des Bundes zu Fall gebracht!

Kommunale Krankenhäuser
Krankenkassen
Land
Kommune
Freigemeinnützige Krankenhäuser
Krankenkassen
Land
Kommune 0 €

Krankenkassen zahlen die laufenden Kosten, das Land finanziert Investitionen. Den dritten Topf, die Zuschüsse der Kommune, erhalten nur kommunale Krankenhäuser. Freigemeinnützige Häuser gehen hier leer aus.

Wer wir sind

52 beteiligte freigemeinnützige Krankenhäuser in Niedersachsen stehen hinter dieser Initiative. Sie reichen von großen Schwerpunktkliniken in den Städten bis zu wohnortnahen Häusern auf dem Land.

Freigemeinnützige Krankenhäuser sind Kliniken, die von Kirchen, Wohlfahrtsverbänden oder Stiftungen getrieben werden. Sie verfolgen keine Gewinnabsicht und setzen erzielte Überschüsse direkt für soziale Zwecke oder den Erhalt des Krankenhauses ein. Zusammen mit kommunalen Häusern bilden sie das Rückgrat der medizinischen Versorgung in Deutschland.

Krankenhaus Betten Behandelte Patienten Mitarbeitende Website
AWO Psychiatriezentrum Königslutter 832 21.600 1.500
BDH-Klinik Hessisch Oldendorf gGmbH 240 2.450 700
Borromäus Hospital Leer gGmbH 256 39.000 890
Christliches Kinderhospital Osnabrück GmbH 146 26.088 644
Christliches Krankenhaus Quakenbrück gGmbH 459 75.000 1.300
Clemens-August-Kliniken 229 8.000 440
DIAKOVERE Krankenhaus gGmbH 1.100 150.000 3.400
DRK-Krankenhaus Clementinenhaus 195 47.000 750
Elisabeth Vinzenz Verbund - Region West (Niedersachsen) 1.100 300.000 3.500
Euregio-Klinik Nordhorn 522 120.000 1.700
Evangelisches Krankenhaus Göttingen-Weende gGmbH 568 56.000 2.100
Evangelisches Krankenhaus Göttingen-Weende gGmbH Standort Neu-Mariahilf 568 56.000 2.100
Evangelisches Krankenhaus Oldenburg 417 69.437 1.911
Ev. Krankenhaus Ginsterhof gGmbH 160 2.421 239
Gemeinnützige Stiftung für Diabetes-Therapie Bad Lauterberg im Harz 62 1.500 120
Herzogin-Elisabeth-Hospital 205 49.985 930
Hümmling Hospital Sögel 140 34.000 610
Johannes Kliniken Emsland - Standort Bonifatius Hospital Lingen 451 124.000 1.800
Johannes Kliniken Emsland - Standort Ludmillenstift Meppen 420 96.000 1.700
Johanniter-Krankenhaus Gronau GmbH 111 14.500 300
Kinderhospital Osnabrück am Schölerberg 82 9.354 262
Kinder- und Jugendkrankenhaus AUF DER BULT 272 60.043 1.182
Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie Wichernstift gGmbH 86 3.788 171
Krankenhaus Johanneum Wildeshausen 144 27.968 710
Krankenhaus Lindenbrunn 212 2.836 546
Krankenhaus Marienstift gGmbH 147 22.000 554
Krankenhaus St. Elisabeth gGmbH 247 69.500 992
Marien Hospital Papenburg Aschendorf 302 52.000 1.100
Niels-Stensen-Kliniken Bramsche 111 7.000 260
Niels-Stensen-Kliniken Christliches Klinikum Melle 182 26.000 627
Niels-Stensen-Kliniken Franziskus-Hospital Harderberg 287 70.000 1.288
Niels-Stensen-Kliniken Marienhospital Ankum-Bersenbrück 15 1.700 86
Niels-Stensen-Kliniken Marienhospital Osnabrück 630 115.000 2.336
Pius-Hospital 399 81.000 1.500
Psychiatrische Klinik Uelzen gGmbH 132 8.700 250
St. Anna Klinik gGmbH 112 13.000 275
St. Bernhard Hospital Brake gGmbH 103 30.000 340
St. Franziskus-Hospital Lohne gGmbH 140 36.500 500
St. Josefs-Hospital Cloppenburg gGmbH 251 67.000 850
St.-Marien-Hospital-Friesoythe 115 12.996 370
St. Marienhospital Vechta gGmbH 310 59.500 1.100
St.-Vinzenz-Hospital Haselünne gGmbH 224 18.000 480
Alle 52 beteiligten Häuser folgen alphabetisch, mit direkter Verlinkung zur jeweiligen Klinik-Website.

Unsere Forderungen

Wir fordern einen sachlichen Dialog über die Zukunft der Krankenhausfinanzierung in Niedersachsen. Unser Ziel ist eine gleichberechtigte Behandlung aller Krankenhausträger.

1

Trägerneutrale kommunale Unterstützung

Kommunale Betriebskostenzuschüsse und Defizitausgleiche dürfen nicht nur kommunalen Kliniken zugutekommen. Wenn öffentliche Mittel für die Daseinsvorsorge eingesetzt werden, müssen alle Krankenhäuser gleichberechtigt profitieren, unabhängig von ihrer Trägerschaft.

2

Transparente Mittelverteilung

Die Verteilung öffentlicher Investitionsmittel muss transparent und nachvollziehbar erfolgen. Es braucht eine klare Aufschlüsselung, welche Mittel an welche Trägerarten fliessen, damit Ungleichgewichte sichtbar und korrigierbar werden.

3

Strukturelle Gleichstellung bei Investitionen

Die Investitionsförderung des Landes Niedersachsen ist formal trägerneutral. In der Praxis profitieren kommunale Häuser jedoch von zusätzlichen kommunalen Mitteln für Bau und Modernisierung. Diese strukturelle Lücke muss geschlossen werden.

Was freigemeinnützige Kliniken leisten

Freigemeinnützige Krankenhäuser sind tragende Säulen der Gesundheitsversorgung in Niedersachsen. Sie sichern die medizinische Versorgung der Bevölkerung, oft auch dort, wo andere sich zurückziehen.

~13.606

Krankenhausbetten

35 Prozent aller Betten in Niedersachsen werden von freigemeinnützigen Trägern bereitgestellt.

~44.933

Mitarbeitende

Ärztinnen und Ärzte, Pflegekräfte, Therapeuten und weitere Fachkräfte arbeiten in freigemeinnützigen Kliniken.

~2.334.336

Behandelte Patienten pro Jahr

Ein Großteil aller ambulant und stationär behandelten Patienten sucht freigemeinnützige Einrichtungen auf.

Oft einziger

Versorger im ländlichen Raum

In vielen ländlichen Regionen Niedersachsens sind freigemeinnützige Kliniken der einzige Anlaufpunkt für die stationäre Versorgung.

Schwerpunkt

Psychiatrie, Geriatrie, Geburtshilfe

Freigemeinnützige Kliniken übernehmen einen überproportional hohen Anteil in Bereichen, die oft weniger profitabel sind.

24/7

Notaufnahmen

Viele freigemeinnützige Kliniken betreiben rund um die Uhr Notaufnahmen und sichern die Akutversorgung in ihrer Region.

Stimmen aus den Kliniken

Führungskräfte aus freigemeinnützigen Krankenhäusern in Niedersachsen berichten, was die ungleiche Finanzierung in der Praxis bedeutet.

„Wir leisten die gleiche Versorgungsarbeit wie kommunale Häuser, müssen aber mit weniger Mitteln auskommen. Das geht zulasten von Investitionen in Personal und Ausstattung, und das spüren am Ende die Patientinnen und Patienten.“
Dr. Alexander Poppinga
Dr. Alexander Poppinga
Vorstand Evangelisches Krankenhaus
„Trägervielfalt ist kein Selbstzweck. Sie sichert ein ausfallsicheres Gesundheitssystem. Wenn freigemeinnützige Kliniken wegbrechen, fehlt ein wesentlicher Teil der Versorgung, besonders auf dem Land.“
Hon.-Prof. Dr. Martin Pohlmann
Hon.-Prof. Dr. Martin Pohlmann
Vorstand/Krankenhausreferent, Landes-Caritasverband für Oldenburg
„Wir sind jetzt doppelt unter Druck: Wir sind insgesamt strukturell benachteiligt und werden jetzt noch unter der fehlenden Refinanzierung der Tarife leiden. Da wir von jeher in Pflege und Fürsorge für die Menschen besonders stark waren, trifft uns das Gesamtpaket hart.“
Stefan David
Stefan David
Vorsitzender der DIAKOVERE-Geschäftsführung
„Ein Gesundheitssystem darf keine Zweiklassen-Finanzierung für Krankenhäuser zulassen. Wenn die Gesetzgebung die Erlöse massiv kürzt, während die Kosten steigen, trifft das freigemeinnützige Häuser ohne kommunalen Defizitausgleich existenziell. Solche Bedingungen herzustellen, ist eine Geringwertschätzung gegenüber unseren Mitarbeitenden und zerstört mutwillig die gewachsene und gesetzlich verankerte Träger-Vielfalt und Sicherheit unserer Versorgung.“
Sarah Sebeke
Sarah Sebeke
Leitung Borromäus Hospital Leer, Kaufmännische Direktorin

Häufig gestellte Fragen

Antworten auf die wichtigsten Fragen rund um die Finanzierung freigemeinnütziger Krankenhäuser in Niedersachsen.

Was ist der Unterschied zwischen kommunalen, freigemeinnützigen und privaten Krankenhäusern?

Der Unterschied liegt in der Trägerschaft. Kommunale Krankenhäuser werden von einer Stadt, einem Landkreis oder einem Land betrieben. Freigemeinnützige Häuser werden von Organisationen mit sozialem, kirchlichem oder humanitärem Hintergrund getragen. Sie arbeiten ohne Gewinnabsicht: Überschüsse fließen direkt zurück in die Versorgung, in Personal und in die Weiterentwicklung der Klinik. Private Krankenhäuser sind gewinnorientiert und meistens Teil größerer Klinikkonzerne. Alle drei Trägerarten stehen im Krankenhausplan des Landes und haben denselben Versorgungsauftrag: Menschen in Niedersachsen verlässlich zu versorgen, wenn sie medizinische Hilfe brauchen.

Warum betrifft uns das alle?

Krankenhausversorgung ist Daseinsvorsorge und betrifft alle Menschen, die in Niedersachsen leben. Ob jemand einen Unfall hat, ein Kind zur Welt bringt oder eine Operation braucht: im Ernstfall muss die nächste Klinik erreichbar und gut aufgestellt sein, um zu versorgen. In Niedersachsen stellen die freigemeinnützigen Krankenhäuser einen erheblichen Teil dieser Versorgung sicher, besonders im ländlichen Raum. Werden diese Häuser strukturell benachteiligt, droht langfristig ein Rückbau von Betten, Stationen und ganzen Fachabteilungen. Die Folgen spüren dann nicht die Träger, sondern die Patientinnen und Patienten in ihrer Region.

Was ist das Ziel der Kampagne?

Wir wollen einen sachlichen Dialog über die Zukunft der Krankenhausfinanzierung in Niedersachsen anstoßen und eine politische Lösung erreichen. Unser Ziel ist eine faire, transparente und trägerunabhängige Finanzierung aller Krankenhäuser mit öffentlichem Versorgungsauftrag. Konkret fordern wir, dass kommunale Unterstützungsleistungen wie Betriebskostenzuschüsse und Defizitausgleiche nicht nur kommunalen Kliniken zugutekommen, sondern allen Häusern mit gleichem Auftrag offenstehen. Es geht nicht darum, kommunalen Häusern etwas wegzunehmen. Es geht darum, die strukturelle Lücke zu schließen, die freigemeinnützige Krankenhäuser seit Jahren benachteiligt.

Wie funktioniert die Krankenhausfinanzierung generell?

Krankenhäuser in Deutschland werden nach dem Prinzip der dualen Finanzierung betrieben. Das bedeutet: Die laufenden Betriebskosten, also Personal, Medikamente und Material, übernehmen die Krankenkassen über Fallpauschalen. Die Investitionskosten, also Gebäude, Technik und Großgeräte, trägt laut Krankenhausfinanzierungsgesetz das jeweilige Bundesland. In der Praxis erfüllen viele Länder ihre Investitionsverpflichtung allerdings nur unvollständig. Einige Kommunen federn diese Lücke für ihre kommunalen Häuser mit zusätzlichen Zuschüssen ab. Freigemeinnützige Krankenhäuser haben diesen Puffer nicht und müssen Kostensteigerungen bei Personal und Energie alleine stemmen.

Werden freigemeinnützige Krankenhäuser nicht von der Kirche finanziell unterstützt?

Nein, das ist ein weit verbreiteter Irrtum. Freigemeinnützige Krankenhäuser werden nicht aus Kirchensteuern bezahlt. Ihre Träger, zum Beispiel diakonische oder caritative Einrichtungen, stehen für bestimmte Werte und eine Haltung in Pflege und Behandlung. Das bedeutet aber nicht, dass Kirchen oder Kirchensteuermittel als finanzielle Rückendeckung bereitstehen. Erwirtschaftete Überschüsse werden vollständig in die Klinik reinvestiert: in medizinische Ausstattung, in Personal, in Qualität. Die Finanzierung läuft genauso wie bei anderen Krankenhäusern über Fallpauschalen und über Investitionsmittel des Landes.

Stand: April 2026

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Unsere Petition richtet sich an alle Bürgerinnen und Bürger in Niedersachsen. Mit Ihrer Unterschrift fordern Sie eine faire Finanzierung für alle Kliniken in Niedersachsen, unabhängig von ihrer Trägerschaft. Jede Stimme zählt.

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